Du willst deinen Fantasy-Roman diktieren. Nicht tippen. Diktieren.
Eine gute Idee. Bis du vor dem Mikrofon sitzt und merkst: Die Software hat noch nie von "Thra'kesh" gehört. Oder von "Xy'loneth". Oder von deiner erfundenen Stadt, die in keinem Atlas auftaucht.
Und dann passiert das, was bei vielen Standard-Diktaten passiert: Das Tool rät. Es schreibt etwas, das ungefähr so klingt. Aber eben nicht so ist.
Lass uns das sortieren. Was du konkret tun kannst, damit deine Eigennamen und Fachbegriffe ankommen – und warum ein bisschen Vorbereitung hier den Unterschied macht.
Erstmal unterscheiden: Transkription ist nicht Korrektur
Wenn du diktierst, passieren oft mehrere Dinge gleichzeitig. Manche Software transkribiert nur. Andere korrigiert deine Grammatik. Wieder andere glättet deinen Stil.
Das sind unterschiedliche Aufgaben.
Für einen Fantasy-Roman willst du wahrscheinlich erstmal eine treue Abschrift. Die sprachliche Glättung kommt später. Wenn beides auf einmal passiert, wird es schnell unübersichtlich. Du weißt nicht mehr, was du gesagt hast und was das Tool daraus gemacht hat.
Wenn du mehr über das Diktieren deiner ersten Rohfassung wissen willst: Roman schreiben mit Spracheingabe: So diktierst du deine erste Rohfassung.
Warum Fantasy besonders knifflig ist
Normale Texte haben meist Wörter, die in Wörterbüchern stehen. Fantasy nicht.
Du hast:
- Eigennamen mit Sonderzeichen: Apostrophe, Bindestriche, ungewöhnliche Konsonantenfolgen
- Erfundene Wörter: Für Magie, Artefakte, Spezies, Rituale
- Fantasienamen von Orten: Die in keinem Atlas der Welt auftauchen
- Konsistenz über hunderttausend Wörter: Die Software muss jedes Mal das Gleiche verstehen
Das ist anstrengend, wenn das Tool nicht mitdenkt.
Übrigens: Windows hat eine eingebaute Spracheingabe. Die ist für kurze Notizen gedacht. Ein kompletter Roman ist etwas anderes. Da brauchst du eine Lösung, die wirklich auf längeres Diktat ausgelegt ist.
Fünf praktische Schritte
1. Sei dir klar, was du willst
Brauchst du eine reine Abschrift? Oder gleich eine geglättete Version? Entscheide das, bevor du anfängst. Sonst verbringst du Stunden mit der Korrektur von Dingen, die gar nicht hätten korrigiert werden müssen.
2. Sprich die Namen konsequent
Es klingt banal. Aber wenn du den Namen deines Helden einmal anders aussprichst als das andere Mal, lernt das Diktat nichts daraus. Sei konsistent. Auch wenn es sich komisch anfühlt.
3. Baue dir ein persönliches Wörterbuch
Hier wird es spannend. Viele gute Diktier-Lösungen erlauben es, eigene Wörterlisten anzulegen. Das ist für Fantasy-Autoren Gold wert. Du trägst dort die Namen deiner Charaktere, deiner Städte und deiner erfundenen Begriffe ein. Dann muss die Software nicht mehr raten.
Genau dabei hilft mit Wörterbuchgruppen und Abkürzungen. Du pflegst deine eigenen Begriffe für deine Projekte. Für einen Fantasy-Roman heißt das: Deine Welt wird nicht bei jedem Kapitel neu übersetzt.
ist für Windows, macOS, Android und iPhone verfügbar. Du kannst den beschriebenen Workflow für deine eigenen Texte nutzen.
4. Teste mit einer kleinen Szene
Diktiere nicht gleich dein komplettes Buch. Nimm eine Szene. Zwei Seiten. Schau, was passiert. Welche Namen werden falsch? Wo hakt es? Dann weißt du genau, was du in dein persönliches Wörterbuch eintragen musst.
5. Korrigiere früh
Wenn dein Held "Kael'Thas" heißt und die Software immer "Kalt das" schreibt, korrigiere das in den ersten Kapiteln. Sonst sitzt du später vor einem globalen Suchen-und-Ersetzen, das nie ganz funktioniert.
Ein ausdrücklich fiktives Übungsbeispiel
Stell dir vor, dein Protagonist heißt "Lord Aerion" und die Hauptstadt deiner Welt heißt "Vaelinora". Du diktierst diesen Satz:
"Lord Aerion betrat Vaelinora, als die ersten Nebel des Morgens über den schwarzen Türmen hingen."
Diktiere ihn laut. Wo stoppt das Tool? Wo rät es? Das ist dein Einstiegspunkt. Genau diese Stellen gehören in dein persönliches Wörterbuch.
Fazit
Fantasy-Romane diktieren funktioniert. Aber nicht durch Zufall. Du musst wissen, wo die Fallstricke liegen: Eigennamen, erfundene Begriffe, ungewöhnliche Schreibweisen. Wenn du dir ein persönliches Wörterbuch baust, konsequent sprichst und früh testest, hast du gute Chancen, dass deine Stimme wirklich zu deinem Text wird.
Und wenn du generell mehr über kreatives Schreiben mit der Stimme erfahren willst, hier ist ein guter Startpunkt: Geschichten diktieren statt tippen: Kreatives Schreiben mit der Stimme.
Als Thra'kesh plötzlich falsch im Text stand
Fiktives Beispiel: Du diktierst eine Szene aus deiner Fantasy-Welt. Dein Protagonist heißt Lord Aerion, deine Hauptstadt Vaelinora, und irgendwo dazwischen tauchen erfundene Begriffe auf, die kein Standardwörterbuch kennt. Genau da wird es spannend. Denn wenn die Software rät, kommt schnell etwas heraus, das nur ungefähr richtig klingt. Darum hilft es, eigene Namen und Fachbegriffe vorher sauber vorzubereiten, konsequent zu sprechen und früh zu testen. Dann hast du eine echte Chance, dass deine Stimme nicht in eine veränderte Schreibweise übersetzt wird, sondern wirklich zu deinem Text wird.
Fantasy-Romane diktieren funktioniert. Aber nicht durch Zufall. Du musst wissen, wo die Fallstricke liegen: Eigennamen, erfundene Begriffe, ungewöhnliche Schreibweisen. Wenn du dir ein persönliches Wörterbuch baust, konsequent sprichst und früh testest, stehen die Chancen gut, dass deine Welt auch im Text noch nach deiner Welt klingt. Wenn du so arbeiten willst, starte hier: https://ohnetippen.de/



